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    Ttl.: Klimawandel: Jahrelanges Rätsel nach Ursache des Temperaturanstiegs durch Studie geklärt.

    Uttl.: Österreichischer Physiker präsentiert exaktes Berechnungsmodell für künftige Temperaturentwicklung auf der Erde.

    Graz 12. Juni 2026. Eine eben veröffentlichte Forschungsarbeit (veröffentlicht auf der Wissenschafts-Plattform Zenodo unter https://doi.org/10.5281/zenodo.20572759) des in Graz lebenden Physikers Radko Pavlovec stellt einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Energieungleichgewichtes der Erde (Earth Energy Imbalance, EEI) und der gemessenen Durchschnittstemperatur (Global Surface Average Temperature, GSAT) auf der Erde fest. In der nunmehr vorliegenden Studie wird das jahrelange Rätsel um die Diskrepanz zwischen dem Anstieg der Earth´s Energy Imbalance (EEI) um 40% und die weitaus geringere Zunahme des RF-Antriebs durch Treibhausgasemissionen (Effective radiative Forcing, ERF) um 14% geklärt, deren enorme Differenz auch im gestern veröffentlichten IGCC-Report angesprochen, aber nicht erklärt werden konnte..

    In der Studie zeigt sich, dass die Temperatur einen quadratischen Term der Zeitabhängigkeit aufweist und dass der bisher für Prognosen verwendete lineare Zusammenhang zwischen kumulierten CO2-Emissionen und dem Temperaturanstieg nicht mehr als gültig angesehen werden kann. Die im Rahmen der Studie abgeleitete repräsentative Temperaturfunktion ermöglicht die exakte Darstellung der bisherigen Entwicklung sowie eine valide Prognose der künftigen Temperatur-Entwicklung. Die Analyse der EEI-Entwicklung hat gezeigt, dass die Erhöhung der Erd-Albedo (Rückstrahl-Vermögen der Erde) bereits ab dem Jahr 2000 zum führenden Antrieb der Erd-Erhitzung wurde. Die Anwendung der Temperaturfunktion zeigt, dass wesentliche Temperaturgrenzen wie die 2 Grad Celsius-Grenze bereits 2034 und damit bedeutend früher überschritten werden als im IPPC-Bericht AR6 erwartet (2047). Dies hat zur Konsequenz, dass die aktuellen Klimamodelle entsprechend überarbeitet werden müssen. Die in der Studie festgestellte massive Beschleunigung des Temperaturanstiegs erfordert sowohl eine möglichst rasche Dekarbonisierung als auch zusätzliche Maßnahmen zur Albedo-Erhöhung, um die Temperatur zu stabilisieren.

    „Mir ist aufgefallen, dass sich die tatsächliche Temperaturentwicklung immer weiter von den IPCC-Prognosen (AR5 und AR6) entfernt. Dieser Eindruck hat sich bestätigt, als ich mich systematisch mit den Messungen der NASA zum Energieungleichgewicht beschäftigte.  

    Der beträchtliche „Temperatursprung“ im Jahr 2023, der bis heute nicht befriedigend geklärt werden konnte, ließ mich nach den Differenzen suchen. In einigen Studien tauchten bereits damals Hinweise auf eine Beschleunigung des Temperaturanstiegs auf, während diese Tendenz von anderen Wissenschaftlern bestritten bzw. „im Rahmen der bisherigen Modelle“ gesehen wurde. Ich bin zur Einsicht gelangt, dass das EEI den grundlegenden Parameter in der Entwicklung der mittleren Temperatur darstellen muss. Mit Hilfe der repräsentativen Temperaturfunktion TCS kann die Frage nach der Beschleunigung des Temperaturanstieges in den Jahren 2023-2024, die in den letzten Monaten Gegenstand von Studien und Diskussionen war, eindeutig beantwortet werden“, so Studien-Autor Pavlovec.

    Zur Studie „Die mittlere Temperatur folgt der Entwicklung des Energieungleichgewichtes der Erde (EEI) und weist einen quadratischen Term der Zeitabhängigkeit auf“

    Der extreme Anstieg der mittleren Temperatur (Global Surface Average Temperature, GSAT) in den Jahren 2023-2024 führte zu einer lebhaften Diskussion der Frage, ob es sich um einen neuen Trend oder lediglich um eine zufällige Ansammlung von Extremwerten handelt. Im Rahmen der vorliegenden Publikation wird anhand der Messdaten des CERES-Programms der NASA (Zeitraum 2000-2025) gezeigt, dass der Temperaturverlauf nicht linear, sondern

    als Konsequenz des steigenden Anteils von selbstverstärkenden Kreisläufen, die mit der Änderung der Erd-Albedo im Zusammenhang stehen, eine Parabel ist.  Die Verringerung der Erd-Albedo war im untersuchten Zeitraum mit einem Strahlungsantrieb (RF-Wert) von 2,38 W/m2 der dominante Treiber des Temperaturanstiegs. Er überstieg den Beitrag des durch Erhöhung der CO2-Konzentration verursachten Strahlungsantriebs (0,77 W/m2) um mehr als das Dreifache und ist bereits größer als der CO2-Antrieb seit dem Beginn der Industrierevolution (ca. 2,28 W/m2 zum Ende 2025).

    Aus dem Verlauf des Energieungleichgewichtes der Erde (EEI) wurde eine Temperaturfunktion abgeleitet und mit den GSAT-Messwerten ERA5 verglichen. Es wurde festgestellt, dass die Temperatur-Messwerte dem Verlauf des EEI mit 10-monatiger Verspätung folgen. Aufgrund der erhaltenen Ergebnisse konnte eine repräsentative Temperaturfunktion bestimmt werden, welche die zeitliche Entwicklung des Klimasystems korrekt wiedergibt (siehe Abbildung 1)

    Abbildung 1

    Die Temperaturkurve  TEEI mit zeitlicher Versetzung um 10 Monate im Vergleich mit den Messwerten von ERA5. Die Trendlinie entspricht der repräsentativen
    Temperaturfunktion TCS.

    Mit Hilfe dieser Temperaturfunktion konnte der Temperaturanstieg beispielsweise im Zeitraum 2001-2010 mit 0,17°C/Dekade und für den Zeitraum 2015-2024 mit 0,40°C/Dekade bestimmt und damit seine gravierende Beschleunigung nachgewiesen werden.

    Die Bestimmung der Überschreitung wichtiger Temperaturgrenzen mit Hilfe der repräsentativen Temperaturfunktion (siehe Abbildung 2) liefert eine dramatische Verkürzung der entsprechenden Zeiträume gegenüber der bis heute verwendeten Methode der Bestimmung von CO2-Budgets, die im Rahmen des IPCC AR6-Berichtes angewandt wurde. Die Überschreitung der 1,5°C-Grenze erfolgte demnach bereits im Juli 2025. Die 2°C-Grenze wird Mitte 2034 überschritten werden, während dies anhand des AR6 CO2-Budgets (bei konstanten CO2-Emissionen des Jahres 2025) erst für Ende 2047 erwartet wird. Etwa zu diesem Zeitpunkt wird die Temperaturkurve bereits die 3°C-Grenze erreichen.

    Abbildung 2

    Zeitpunkte der Überschreitung wichtiger Temperaturgrenzen – Vergleich zwischen der Temperaturfunktion TCS und den CO2-Budgets laut AR6

    Die enormen Differenzen sind auf die Anwendung der nicht mehr zutreffenden linearen Beziehung zwischen den kumulierten CO2-Emissionen und dem Anstieg der GSAT sowie auf die massive Unterschätzung der mit der Albedo-Änderung zusammenhängenden Feedbacks im AR6 zurückzuführen.

    Download-Link zur Studie:

    Die Studie Die mittlere Temperatur folgt der Entwicklung des Energieungleichgewichtes der Erde (EEI) und weist einen quadratischen Term der Zeitabhängigkeit auf“ von Radko Pavlovec (Juni 2026) steht auf der Wissenschafts-Plattform Zenodo auf englisch und deutsch zum Download zur Verfügung (open access):

    https://doi.org/10.5281/zenodo.20572759

    Weltweiter Notfallplan notwendig

    Parallel zum beschleunigten Temperaturanstieg verstärkten sich die Tendenzen, das tatsächliche Ausmaß des anthropogenen Treibhauseffektes zu verharmlosen oder sogar gänzlich zu bestreiten. Der Gipfel wurde mit dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen von Paris erreicht.

    „Die nunmehr vorliegende Studie und die Anwendung der Temperaturfunktion machen die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Klimarettung deutlich. Der verfügbare Zeitraum für Maßnahmen, die einen Anstieg der Temperatur in einen unkontrollierbaren Bereich verhindern sollen, wird dramatisch verkürzt. Die Situation erfordert sowohl eine möglichst rasche vollständige Dekarbonisierung im Rahmen eines weltweiten Notfallplans als auch zusätzliche Maßnahmen zur Albedo-Erhöhung, um die Temperatur zu stabilisieren“, so Pavlovec abschließend.

    Radko Pavlovec

    Radko Pavlovec, geboren 1962 in Tschechien, studierte Technische Physik an der Technischen Universität Wien. Er war für diverse NGO`s im Energiebereich tätig, bevor er von 1998 bis 2010 als Anti-Atom-Beauftragter des Landes Oberösterreich die Anti-Atom-Aktivitäten in Tschechien und der Slowakei leitete. Im Rahmen seines Unternehmens PAVLOVEC ENERGY CONSULTING betreibt er seit 2012 systematische wissenschaftliche Forschung im Bereich Klimastabilisierung und Ursachen der Erd-Erhitzung. Seit dem Jahr 2015 (Klimaabkommen von Paris) wurden diese Forschungen zum wichtigsten Schwerpunkt.

    Rückfragehinweis:

    Radko Pavlovec, m: +43 664 421 74 91, e: energy@pavlovec.com

    Andrea Pavlovec-Meixner, ComCom-Netzwerk für Kommunikation

    m: +43 664 264 20 35, e: pavlovec@comcom.co.at